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Immer wieder geraten die Flüchtlinge in Seenot. Sie verlieren  auf dem Wasser zwischen der Türkei und der Insel Lesbos die Orientierung, Außenbordmotoren streiken, Luft entweicht aus den überladenen Schlauchbooten, Kälte und Nässe setzen den Boat-People zu; und schlimmstenfalls kentern ihre Boote in den tückischen Wellen. Dann schlägt die Stunde der Retter. Keine Regierung hat sie gerufen, kein Staat finanziert sie. Die Männer in ihren Speedboats oder auf den Waterbikes sind seit dem Sommer 2015 insbesondere an der Nordküste im Einsatz - und haben inzwischen hunderte Menschen vor dem nassen Tod gerettet.
Bei ihren Missionen stehen sie mit einem Seestiefel im griechischen Gefängnis. Denn die Coast Guard ignoriert sie - bestenfalls. Wenn sie nicht, wie zu Jahresbeginn geschehen, Seeretter inmitten einer Hilfeleistung festsetzt. Es bleibt dringend zu hoffen, dass die griechischen Behörden umgehend Wege finden, diese Hilfe anzunehmen. Und die Helfer nicht länger zu kriminalisieren.

Starke Allianz: KALI:MERA und die Retter

Rettungsdecken - immens wichtige Ausrüstung an Bord der „Seawatch“-Boote. Für KALI:MERA übergibt Tom Oppermann (links) eine erste Lieferung an Philipp Hahn, Koordinator der Rettungseinsätze auf Lesbos. Hier im Hafen von Tsonia soll eine weitere „Seawatch“-Station entstehen, an der sich KALI:MERA beteiligen will.

Seit dem Einsatz vor Lampedusa in den Medien bekannt, engagiert sich die deutsche Organisation Seawatch auch auf Lesbos. Dieses Team unterstützen wir mit Rettungsdecken, die das völlig Auskühlen der durchnässten Menschen verhindern helfen. Insbesondere die Zusammenarbeit mit Seawatch wollen wir ausbauen. So prüft das Team derzeit den Aufbau einer neuen Station an der Nordostküste und wir von KALI:MERA planen dort Aktivitäten zur Erst-Versorgung der angelandeten Flüchtlinge.
Fotos von den Aktionen auf See existieren kaum. Seltenes Dokument: Film-Szenen, aufgenommen von der Seawatch-Crew bei einer Rettungsaktion vor der Nordküste. Film:

 

KALI:MERA unterstützt die wichtigsten Organisationen, die auf See operieren. So haben wir zusammen mit Eva Traumann aus Molivos (unten links) dazu beigetragen, dass die Spanier von „Pro Activa Open Arms“ nun mit dem Offshore-Rettungssystem „Centifloat“ ausgestattet sind: Lange Schwimmkörper, die auf See Verunglückten vor der Bergung Sicherung bieten (unten rechts).



 

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                         AKTION SONNENSTRAHL