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KALI:MERA - Haus 

Seit Juni 2016 bringen wir in einem angemieteten, voll möblierten Haus in einer Seitenstraße von Mytilini syrische Flüchtlingsfamilien unter. Bei der Frage: Wer entscheidet darüber, welche Familie von über 7.000 Flüchtlingen aus den Lagern auf der Insel im KALI:MERA-Haus leben soll, arbeiten wir eng mit den kompetenten Experten des Flüchtlingshilfswerkes der UN (UNHCR) und der griechischen Sozialorganisation Iliaktida zusammen.

Nachdem die ersten Bewohner des Hauses als Asylbewerber nach Deutschland reisen konnten, lebt seit April 2017 nun hier die Familie von Marwan Muslim aus Aleppo.





Der gelernte Friseur floh mit seiner Ehefrau Nairuz und den Töchtern Nazila, Suzdel und Zahida September 2016 im Schlauchboot unter dramatischen Umständen über die Ägäis, nachdem die Bombardements in Aleppo die Existenz der Familie vernichteten und Tochter Suzdel dabei schwere Rückenverletzungen erlitt. Im KALI:MERA-Haus gewöhnen sich die Muslims nun an die neue Normalität. Wir über­nehmen alle Miet-u.Nebenkosten, bezahlen den Lebens­unter­halt der Familie und finanzieren zu Teilen auch Iliak­tida, die sich in allen administrativen und medizinischen Fragen um die Familie kümmert. Und dann ist da natürlich auch noch unser Organisator Theo Valakos vor Ort, der im laufenden Kontakt zu den Bewohnern steht. 

Die älteste Tochter Zahida besucht die Schule von Illiaktida und macht tolle Fortschritte im Erlernen von Englisch und Griechisch, während Vater Marwan, der wie alle Asyl­be­werber keine Beschäftigung ausüben darf, fast täglich im Hafen angelt und gelegentlich für „Fisch auf den Tisch“ sorgt. Aber natürlich beschäftigt die Muslims nur eine einzige Frage: Ob und wann wird ihr Asylantrag positiv beschieden? Der älteste Sohn lebt in Österreich und dort wollen sie hin. Leider dauern die Verfahren in Grie­chen­land endlos, da ist für Marwan, Nairuz und ihre Kinder viel Geduld angesagt.