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Allein geflohene Jugendliche

Sie gehören zu den Ärmsten der Armen: Die allein geflohenen Kinder und Jugendlichen. Ohne Familie und Freunde haben sie nicht nur die Erlebnisse der Flucht zu verarbeiten. Mehr als 200  von ihnen sitzen seit vielen Monaten in einem gefängnisähnlichem Trakt des Lagers Moria fest. Ohne Hoffnung auf Asyl, ohne Perspektive. 





 Siniparksi ist eine Organisation in Mytilini, die sich seit fast 20 Jahren um den menschlichen und kulturellen Ausgleich zwischen Griechenland und Türkei kümmert. Als die Flücht­lings­katastrophe über Lesbos hereinbrach, galt das ganze Engagement des Vereins aber auch der konkreten Hilfe für diese Menschen. Siniparksi organisiert in Abstimmung mit der Lagerleitung wöchentliche Bus-Ausflüge für über 30 Jugendliche. Sie sollen endlich mal raus kommen aus der trostlosen Lagersituation; aus Depression und Aggression. 

Auf ihren Exkursionen über die Insel, die KALI:MERA fi­nan­ziert und Siniparksi organisiert und begleitet, erfahren die jungen Menschen etwas über das Alltagsleben der Grie­chen. Ob Besuche bei der Olivenernte und Ölpressung, beim Caterer, der das Essen ins Lager liefert, ob in Töpfe­reien, Kirchen, Klöstern oder einfach nur Schwimmen im Meer: Es sind zwar nur ein paar Stunden, aber für die jungen Leute immer unvergeßliche Erlebnisse. Besonders viel Freude hat es den kleinen Kindern aus Flücht­lings­familien bereitet, als wir sie zusammen mit griechischen Altersgenossen zum Musizieren und Tanzen gebracht haben.