Wer ist KALI:MERA?

 

Andreas Stephainski  ist Journalist und Herausgeber der Buch-Edition ZEIT REISE. Seit Jahren in Griechenland und besonders auf Lesbos teil-verwurzelt, konnte er nicht mehr tatenlos in der Taverne sitzen, während Flüchtlings-Desaster und Not der „kleinen Leute“ im Rettungsschirm-Land immer alarmierender zunahmen. Durch seine Erfahrungen an Bord der „Cap Anamur“ (1979) und mit ihrem Initiator Rupert Neudeck geprägt, war für ihn von vorn herein klar: Wenn Hilfe, dann ohne Administrations-Popanz direkt für die Menschen „am Rand“. Unter dem - etwas um die Ecke zu denkenden - Akronym KALI:MERA fand er sieben engagierte Mitstreiterinnen und -streiter zur Gründung des Vereins. Und im alten Weggefährten und Freund Werner Gnieser sieht er seinen idealen Vorstands-Antipoden: Hier der Manager und klare Finanz-Denker, dort der Rechercheur, Fotograf und Mediendesigner. Das passt.

Werner Gnieser hat sein ganzes Berufsleben in leitenden Funktionen ebenfalls in der Zeitungsbranche verbracht. Dass er als Endzwanziger mal vier Jahre auf einer griechischen Insel lebte, mag auch seine Affinität zu diesem Land und den Griechen erklären. Aus einer beruflichen Zusammenarbeit mit Andreas in Göttingen entstand eine nunmehr fast 30 Jahre andauernde Freundschaft . Dazu gehörten dann auch Besuche bei ihm auf Lesbos und als Ruheständler gönnte er sich eine zweimonatige Auszeit auf der Insel im Mai / Juni diesen Jahres.

Was er da zum Flüchtlingsthema an Elend, an menschenunwürdigen, unglaublichen Zuständen sah und erlebte, hat ihn und Andreas zutiefst bewegt. Nichtahnend, dass alles noch viel schlimmer kommen würde. Zurück in Deutschland, war es deshalb selbstverständlich zu entscheiden: Da müssen wir was tun! KALI:MERA wurde in rekordverdächtiger Zeit gegründet und es begann die Suche nach konkreten Projekten, die sowohl kurz- und mittelfristig Flüchtlingen helfen, als auch den Griechen auf der Insel Unterstützung zu geben, die durch die Wirrnisse der politischen Situation im Lande unverschuldet in große Not geraten sind. Und davon gibt es leider sehr, sehr viele.

Anfang September flogen beide nach Lesbos, um zusammen mit Theo Valakos, unserem sehr wichtigen Dolmetscher, Organisator und vor allem Controller vor Ort in Gesprächen mit zahlreichen Verantwortlichen zu diskutieren, zu prüfen und festzulegen: In welche Projekte investieren wir? Das war nicht immer ganz so einfach, wie man sich das in Deutschland mit den hiesigen Regeln von Termintreue und verbindlichen Aussagen so vorstellt, aber herausgekommen sind die unter UNSERE PROJEKTE beschriebenen Aktivitäten.